Auf Wiens Wochenmärkten pulsiert das Leben – Tipps fürs Genießen

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Es sind Treffpunkte für Bewohner wie Besucher, hier wird diskutiert und probiert, Märkte sind Orte für alle Sinne. Und jeder hat seinen eigenen Charme. Wir stellen drei von ihnen vor – inklusive Genießer-Tipps.

Auf den Wiener Wochenmärkten kennt und trifft man sich. Märkte wirken wie Lebensadern für ihre Umgebung. Sie spiegeln die Saison wider und zugleich den Charme der Stadt und ihrer ganz individuellen Grätzel (Gätzln sind in Wien Teile von Wohnbezirken). Hier holt man sich Inspiration und die fehlenden Zutaten fürs Mittagessen. Dazu ein Stück Käse für den Abend, weil dieser bei einer Kostprobe spontan überzeugt hat. Jeder Besuch ist ein Erlebnis für alle Sinne. Es riecht nach exotischen Gewürzen, Obst und Gemüse leuchtet in allen Farben, und wer möchte, kann auf den Wiener Märkten eine ganze Genussweltreise machen – von persischem Kaviar über Sushi bis zum indischen Tandoori Huhn, vom Döner Kebab bis zu Austern und Leberkässemmeln – es gibt kaum etwas, was man auf Wiens Märkten nicht findet.

Naschmarkt – der bekannteste „Bauch Wiens“ um 6. Bezirk

Der berühmteste Markt Wiens blickt auf eine jahrhundertelange Tradition zurück.

„Was es am Naschmarkt nicht gibt, brauchen Sie nicht.“, so lautet das Motto des Naschmarkts und das wird bis heute überzeugt gelebt.

„Was es am Naschmarkt nicht gibt, brauchen Sie nicht.“

Motto des Naschmarkts

Über 120 Stände und Restaurants bieten eine riesige Auswahl an Köstlichkeiten aus der Region und aus allen Winkeln der Welt. Vor allem die Gastronomie hat hier in den letzten Jahren einen großen Aufschwung erlebt.

Tipps für Genießer am Naschmarkt

Das Do-An und das Naschmarkt Deli waren gastronomische Pioniere. Sie haben es geschafft, den Naschmarkt für ein junges, urbanes Publikum interessant zu machen. Hier sorgen am Wochenende auch DJs für Unterhaltung. Seither wurden zahlreiche alte Marktstände durch moderne Architektur zu beliebten Treffpunkten.

Das Tewa am Naschmarkt bietet biologische Küche, im Neni werden israelisch-orientalische Spezialitäten von Shakshuka (Eier mit Gemüse) bis Taboulleh (libanesischer Salat) serviert, während im Orient & Occident türkische Hausmannskost gekocht wird. Fischliebhaber kommen im Umar auf ihre Kosten. Für viele gilt das Restaurant als das beste Fischlokal Wiens. Empfehlenswerte Fischlokale sind auch das Fischvierterl und das Nautilus.

Naschmarkt / © WienTourismus/Peter Rigaud
Naschmarkt / © WienTourismus/Peter Rigaud

Erwin Gegenbauer verkauft in seinem Laden auf dem Naschmarkt nicht nur seine hervorragenden Essigkreationen, sondern auch drei Sorten frisch gerösteten Gegenbauer-Kaffee aus kleinen Lagen von einem Triester Importeur. Der Urbanek ist eigentlich ein Geschäft für Feinkost und Käse, aber auch legendäre Weinbar. Typischer kann Wien kaum sein. Auch das Krawall ist eine Weinbar und gleichzeitig Gourmet-Greißlerei, aus der kleinen Marktküche werden auch tolle Gerichte serviert. Mit der Trattoria Pulcinella hat sich am Naschmarkt auch eine Pizzeria angesiedelt. Typische Wiener Küche gibt’s in der Eisernen Zeit, das Lokal ist ein Erlebnis für sich.

Vor allem samstags herrscht am Naschmarkt ein reges Treiben, auch wegen des wöchentlichen Flohmarkts – für viele Wiener völlig zurecht ein Pflichttermin.

Karmelitermarkt – Slow Food trifft Kunst im 2. Bezirk

Gerade mal einen zehnminütigen Spaziergang von der Innenstadt entfernt liegt der Karmelitermarkt im zweiten Bezirk. Hier finden sich Besucher mitten in einem aufstrebenden Wiener Grätzel wieder, denn die junge Wiener Lokal- und Kunstszene hat das Karmeliterviertel für sich entdeckt. Laufend kommen neue, innovative Gastronomie-Konzepte dazu. Slow Food Wien betreibt jeden Samstag einen eigenen Verkaufscorner auf dem Markt und auch im direkten Umfeld ist viel los.

Karmelitermarkt / © WienTourismus/Paul Bauer
Karmelitermarkt / © WienTourismus/Paul Bauer

Tipps für Genießer am Karmelitermarkt

Das Zimmer 37 ist Delikatessen-Geschäft und Restaurant in einem. Die Eigentümerin bietet eine vegetarische Fünf-Elemente-Küche, samstags kann man bis lange nach Mittag gemütlich frühstücken.

Das Tewa steht – wie das Schwesterlokal auf dem Naschmarkt – für moderne und biologische Szeneküche. Gleich daneben logiert Kaas am Markt: ein Mix aus Feinkostgeschäft und Lokal mit ausgezeichneten Bio- und Slow-Food-Produkten und kleinen Gerichten.

Das hübsche Cafemima bietet in netter Atmosphäre verschiedene Frühstücksmöglichkeiten und leichte Speisen. Das Contor ist eine gemütliche Weinbar und Vinothek mit einem Fokus auf österreichischen Weinen. Und das Madai ist ein gemütliches Aperitivo-Beisl.

Brunnenmarkt: multikulturelles Flair im 16. Bezirk

Etwas weiter weg vom Stadtzentrum hat sich rund um den Yppenplatz ein buntes und boomendes Viertel entwickelt. Seine Lebensader bildet der Brunnenmarkt im 16. Wiener Gemeindebezirk Ottakring, mit mehr als 170 Marktständen zwischen Thaliastraße und Ottakringer Straße ist er der größte Straßenmarkt Wiens. Der Brunnenmarkt selbst verströmt südländisches Flair: Aromatisches Gemüse, frischer Fisch und exotische Gewürze kombiniert mit multikulturellem Treiben sorgen für eine kreativ-entspannte Atmosphäre. In der Umgebung haben viele junge Künstler ihr Quartier aufgeschlagen und auch rund um den Yppenplatz eröffnen laufend neue Lokale.

Tipps für Genießer am Brunnenmarkt

Das Wirr am Brunnenmarkt bietet internationale Küche und verfügt als einziges Lokal über eine Dachterrasse auf einem Markstand – mit Blick auf das Markttreiben und cooler Musik. Im Mani setzt man auf modern interpretierte Küche des Nahen Ostens. Die Vinothek & Weinbar Truksitz lädt in gemütlicher Atmosphäre zu einem Glas Wein ein. Der Schwerpunkt liegt auf österreichischen Weinen. Im La Salvia stehen Köstlichkeiten aus Triest und Istrien im Mittelpunkt – ob Pasta, Wurst oder Wein. Im Inneren dieses Marktstandes gibt es ein paar Sitzplätze – im Sommer kommt ein Schanigarten – ein auf öffentlichem Boden liegender Bereich – dazu.

Brunnenmarkt / © WienTourismus/Paul Bauer
Brunnenmarkt / © WienTourismus/Paul Bauer

An den Brunnenmarkt schließt fast nahtlos der Yppenplatz an – hier besteht der Markt aus fixen Pavillons. Das Café C.I. war eines der ersten Lokale des seit 1897 bestehenden Yppenmarktes. Es wurde rasch zum Treffpunkt für Menschen aus aller Welt. Gleich im Nachbarhaus hat sich mit dem Cay (kurz für: Café am Yppenplatz) ein weiteres schönes Kaffeehaus mit sehr guter Küche angesiedelt – ebenso empfehlenswert ist das Café Frida nebenan.

Entlang des Yppenplatzes geht es zum Wetter, einem ehemaligen Waschsalon – heute eins der spannendsten Lokale der Stadt. Raetus Wetter integrierte scheinbare optische Mängel in das Konzept, legte einen Gummiboden und installierte eine Theke im Industriedesign. Das Wichtigste ist aber die Küche: Wetter kocht ligurisch, wie es nördlich der Alpen selten zu finden ist.

Wer am Yppenmarkt flaniert, sollte auch Staud’s Pavillon besuchen. Feinschmecker können hier über 220 Sorten süßer und feinsaurer Delikatessen des Wiener Traditionsunternehmens verkosten und erwerben.

Quelle: Wien Tourismus

Weitere Informationen über Wien

Titelfoto / Naschmarkt / © WienTourismus/Christian Stemper

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