Das Regionalgericht der Prignitz – der Knieperkohl

2 Minuten Lesezeit

Der Knieperkohl, auch bekannt als „Knieper“ oder „Sur’n/Suren Hansen“ gilt als das Prignitzer „Nationalgericht“ und ist eine typische Winterspezialität. Knieperkohl entstand im Dreißigjährigen Krieg. Durch Plünderungen und Seuchen im Krieg lebte in der Prignitz nur noch ein Bruchteil der ursprünglichen Bevölkerung. Im Winter aßen die Menschen sonst Sauerkraut, doch in dem verwüsteten Landstrich gab es wenig zu essen, Weißkohl war nicht mehr vorhanden. So entschlossen sich die Prignitzer in der Not, blauen Stangenkohl zu säuern, der eigentlich als reines Viehfutter diente.

Als bessere Zutaten verfügbar waren, ergänzte und verfeinerte man die Rezeptur: ca. 60 Prozent Weißkohl, 30 Prozent blauer Markstammkohl und fünf Prozent Grünkohl sowie Weinreben und Speisesalz.

Der Kohl wird nach dem ersten Frost, meist im Spätherbst geerntet und landet dann in vielen Prignitzer Gastronomiebetrieben vielfältig und abwechslungsreich auf dem Tisch. Ob deftig traditionell wie bei Muttern mit Kohlwurst, Kassler oder Eisbein, ländlich experimentell als vegane Knieperbulette, Knieperlasagne oder Knieperbrot oder als süße Variante wie in  der Knieperpraline oder dem Knieperkuchen wird das Sauergemüse vielfältig serviert. Mit einer Kohlwurst vom traditionellen Neudorfer schmeckt der Knieper besonders gut.

Der Meisterbetrieb ist unter Führung von Dietsch und Remmert ein echter Familienbetrieb. Insgesamt 15 Fachgeschäfte gibt es mittlerweile in Brandenburg und auch Mecklenburg-Vorpommern. Was mit 20 Artikeln im Jahr 1990 begann, konnte im Laufe der Jahre auf mehr als 100 Spezialitäten erweitert werden.

Überregional bekannt ist vor allem die Neudorfer Salami. Direkt in Neudorf befinden sich die Stallungen der Prignitzer Landschwein GmbH. Das Fleisch mit dem Markennamen „Markstück” wird von handwerklichen Meisterbetrieben geschätzt.

Titelfoto / Der Knieperkohl, auch bekannt als „Knieper“ oder „Sur’n/Suren Hansen“ gilt als das Prignitzer „Nationalgericht“ und ist eine typische Winterspezialität. / Foto: Ingo Paszkowsky


Weitere Reiseanregungen für die Prignitz


 

Ein Kommentar

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.