Saluto Salento – die Halbinsel in Süditalien wartet auf neugierige Entdecker Hier findet der verwöhnte EU-Massentourist noch das ursprüngliche Italien


5 Minuten Lesezeit

Mein Trip in den Frühling im April hatte den Sommer in Apulien schon vorweggenommen. Temperaturen bis zu 30 Grad lassen hier selbst die Rosen zeitiger blühen. Salento nennt sich das Land zwischen zwei Meeren: Im Osten das Adriatische Meer und im Westen das Ionische Meer. Der Wind weht von Meer zu Meer. Hier findet der verwöhnte EU-Massentourist noch das ursprüngliche Italien: Auszumachen an ganzjähriger Sonne, köstlicher mediterraner Küche, traditioneller Kunst und aufrichtiger Gastfreundschaft.


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Südlich der wichtigen Regionalstadt Lecce wurde das zentral gelegene Quartier gebucht: Masseria Stali im ruhigen Ort Caprarica. Ein Hotel des italienischen Olio-Agritourismus inmitten endloser Olivenhaine (www.masseriastali.it – in italienischer Sprache).

Masseria Stali im ruhigen Ort Caprarica. Ein Hotel des italienischen Olio-Agritourismus inmitten endloser Olivenhaine. Foto: Günter Kapelle

Überhaupt liegt hier die Schatzkammer des nativen Olivenöls aus biologischem Anbau. Davon überzeugt habe ich mich bei NACHIRO. Olivenbaron Dr. Pantaleo Greco präsentiert neben einer modernen Produktionsstrecke auch ein Museum nebst historischer Ölmühle. Bis in die 1950er Jahre wurden die Oliven in kühlen Felsräumen unter der Erde ausgepresst. Anfänglich wurde das Öl auch für Lampen zur Beleuchtung eingesetzt (www.aziendaagrariagreco.it – in italienischer Sprache). Eine gute Küche findet man in Caprarica übrigens in der Osteria Oltregusto.


Endlose Olivenhaine. Foto: Günter Knackfuss

Melendugno am Meer

Gleich nach dem Schnupperrundgang durch die jahrhundertealten Olivenbäume kam eine ausgefeilte Tagestour ins Programm: ans Meer nach Melendugno. Hier atmet die gesamte Region in geschichtlichen Dimensionen. Zum Beispiel Torre St. Andrea – eines der blauen Segel im Gebiet der Sandsteinklippen und der weißen Strände.

Melendugno. Torre Ant’Andrea. Foto: Günter Knackfuss

Die Wachtürme am Küstenstreifen dienten Kaiser Karl V. zur Verteidigung des Landes gegen die Völker aus der Türkei. Unterwegs dorthin fallen immer wieder die Trulli auf; steingeschichtete Rundbauten der Bauern. Diese Bauart hatte vor allem mit der geografischen Lage von Apulien zu tun, denn diese Steine waren reichlich vorhanden. Die bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts vergessenen ‚Arme-Leute-Häuser‘ erleben jetzt eine Renaissance; einige werden mittlerweile auch als Ferienwohnungen angeboten.

Wachtürme aus alten Zeiten. Foto: Günter Knackfuss

Wer noch mehr Historie erkunden will, dem sei ein Abstecher zum Archeodrome Parco Kalos empfohlen (www.parcokalos.com – in italienischer Sprache). Beim Gang an der Küste gelangt man zu zwei phantasievollen Orten, der „Grotta della Poesia“ und dem „heaven“, dem weltschönsten Platz. Den schönsten Strand allerdings bietet Torre dell’Orso, mehr als einen Kilometer lang mit stillem und kristallklarem Wasser der Adria. Den Wanderweg queren immer wieder flinke Eidechsen. Ein Indikator für die intakte Natur in diesem Landstrich.

Castro ist eine sehenswerte alte Stadt mit jährlichen Lichter- und Weinfesten. Foto: Günter Knackfuss

Nach erholsamen Zwischenstopps geht die Tour weiter nach Castro. Eine sehenswerte alte Stadt mit jährlichen Lichter- und Weinfesten. Hier erstrahlen Plätze und ganze Straßenzüge durch einzigartige Installationen. Den Besucher faszinieren auch das Kastell und die reich geschmückten Kirchen (www.castrowinefest.it – in italienischer Sprache).

Ausflugstipps in die Ferienregion

Die Barockstadt Lecce als administratives und kulturelles Zentrum von Salento ist eine der schönsten Städte Süditaliens. Gewissermaßen das Florenz des Südens. An diesen historischen Sehenswürdigkeiten sollte man länger verweilen: Piazza del Duomu, Centro Storico, Duomo di Lecce und Basilica di Santa Croce. Der speziell interessierte Tourist kann vor Ort maßgeschneiderte Touren buchen.

Dom von Lecce. Die Barockstadt Lecce als administratives und kulturelles Zentrum von Salento ist eine der schönsten Städte Süditaliens. Foto: Günter Knackfuss

Eine ganz besondere Empfehlung ist die Stadt Ceglie, der Tempel der Önogastronomie in Apulien. Bürgermeister Luigi Caroli nennt „die internationale Med Cooking School als den Stolz seiner Stadt“. Von dieser Kochschule wird auch das jährliche Food-Festival organisiert, das Gäste aus aller Welt anzieht. Experten meinen: Dieser Ort mit 52 Restaurants und Gaststätten ist der Globalisierung entkommen. Hier schlägt ein gesunder Lebensrhythmus etwas langsamer (www.ceglie.org – in italienischer Sprache).

Eine ganz besondere Empfehlung ist die Stadt Ceglie, der Tempel der Önogastronomie in Apulien. Foto: Günter Knackfuss

Fähren nach Albanien und Griechenland

Wer einen 2-Tage-Ausflug auf die andere Seite der Adria machen möchte, kann sich im Fährhafen Brindisi einschiffen. Von dort aus geht es problemlos in eines der Zielländer und zurück. Beispielsweise ins albanische Vlora oder nach Paxi in Griechenland. Die schönste und erholsamste Region aber für mich bleibt der geografische Stiefelabsatz von Italia: Saluto Salento!

Günter Knackfuss

Titelfoto / Trulli: Die bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts vergessenen ‚Arme-Leute-Häuser‘ erleben jetzt eine Renaissance. Foto: pixabay / Samulues

Mehr Informationen (in italienischer, englischer und teils auch in deutscher Sprache):

www.mediterraneantourism.it


Anreise aus Deutschland

Nach Apulien mit dem Flugzeug  (Allitalia, Ryanair, easyJet) von verschiedenen deutschen Flughäfen.

Beispielsweise ab Berlin TXL mit Eurowings bis Brindisi. Ab Berlin SXF bis Aeroporto Bari oder Brindisi und weiter mit dem Leih-Auto.

Übrigens, wer mit einem halben Jahr Vorlauf die Flieger bucht, bekommt wahre Schnäppchenpreise für die Strecke.

Wer einen 2-Tages-Ausflug auf die andere Seite der Adria machen möchte, kann sich im Fährhafen Brindisi einschiffen. Foto: Günter Knackfuss

Zusammenfassung des Beitrags als Video


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Videos über Reiseziele in Italien


 


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